Die schöne Mira von Muggendorf

Mira war die Tochter eines reichen Bauern in Muggendorf. Die feschesten Burschen warben um ihre Hand, aber Mira wies sie alle zurück, denn sie hatte ein Geheimnis. Der junge Ritter Georg von Stolzenfels von der nahen Burg am Petersberg ( andere Quellen am Hausstein ) machte ihr nämlich ernstlich den Hof und hätte sie schon längst geheiratet wenn nicht der alte Stolzenfels dagegen gewesen wäre.

An einem Sommertag ging die schöne Mira talaufwärts um eine Freundin zu besuchen die über dem Berg wohnte. Auf halben Wege rastete sie im Schatten einer Linde die ein Marienbild trug. Mira betrachtete es und meinte: „ Schön bist Du ja, heilige Gottesmutter, aber ich die Maria von Muggendorf bin noch schöner!“ Kaum hatte sie diese frevelnden Worte ausgesprochen erschrak sie und bebte am ganzen Leib. Im nächsten Augenblick jagte eine schwere Wolke vom Gipfel des Unterbergs daher, ein heulender Sturm erhob sich, umschlang die zitternde Maid und trug sie talaufwärts, immer weiter bis zum Unterberg. Dort öffnete sich plötzlich eine Wand in der die schöne Mira verschwand. Im Bergesinnern war die schöne Mira nun gefangen, und musste für ihren Frevel büßen. Da weinte sie Tag und Nacht und ein Bächlein floss aus dem Felsenloch ins Tal wo es einen prächtigen Wasserfall bildete. In manchen Nächten darf sie ihr Gefängnis verlassen und schwimmt bis zum Wasserfall. Von dort wirft sie sehnsüchtige Blicke zu der Burg am gegenüberliegenden Berg. Nach ihr wurde der Bach und der Mirafall benannt.



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