Die Kapelle auf dem Unterberg

Vor vielen Jahren arbeiteten Holzknechte auf dem Unterberg. Sie hatten große Bäume umzuschneiden. Einer blieb immer bei der Hütte. Er hieß Juri. Seine Freunde nannten ihn den Goasserer, weil er die Geißen füttern und melken musste. Er kochte auch für die anderen. Er war schon etwas schwerhörig und konnte nicht gut sprechen. Aber er besaß eine besondere Kraft, denn er verstand manche Sachen besser als seine Kameraden. Eines Tages die Sonne strahlte recht schön durch die Bäume, da war Juri im Freien und sammelte Holz. Da erblickte er an einer großen Tanne, das Bild mit einer Frau mit einem Kind.

Ein wunderbares Strahlen ging von dem Bild aus.

Am Abend erzählte er es seinen heimkehrenden Kameraden. Die lachten ihn aus den von wo sollte das Bild auf einmal herkommen. Da er aber doch bei seiner Behauptung blieb, wurden sie neugierig und Juri führte sie hin. Da sahen sie ein wunderschönes Gottesbild an der Tanne hängen. Die Holzknechte meldeten dies dem Pfarrer in Rohr. Drei mal wurde das Bild in die Kirche von Rohr getragen, aber jedes Mal verschwand es. Man fand es immer wieder auf der gleichen Tanne am Unterberg. Da ließ man es oben, schnitt von der Tanne ein Stück ab und baute eine Kapelle darüber.

Das Bild wird heute noch verehrt, und jedes Jahr geht eine Prozession von Rohr zu der Kapelle auf den Unterberg.



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