Der Schneider und der Riese

Eines Tages kam ein Schneider, der ein großer Aufschneider war, und der auf Wanderschaft war, in diese Gegend. Da erblickte er einen mächtigen Berg den Unterberg, mit einem Turm, der aus dem Wald heraus ragte. Neugierig schritt er näher, aber als er ganz nahe kam, merkte er dass der Turm ein gewaltiger Riese war. Mit grollender, lauter Stimme fragte dieser den Schneider was er hier wolle. Ich will schauen was, ich mir in der weiten Welt, verdienen kann. Wenn es weiter nichts ist kannst du bei mir in den Dienst treten, sagte der Riese, es gibt genug zu tun. Wie sieht es eigentlich mit der Bezahlung aus fragte der Schneider. Dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr und im Schaltjahr einen Tag mehr erwiderte der Riese. Der Schneider wagte nicht zu wiedersprechen und dachte bei der ersten Gelegenheit zieh ich wieder weiter.

Der Riese packte den Schneider und trug ihn in die Höhle, wo ihm zeigte was in Zukunft seine Arbeit wäre. Er schickte ihn zum See um einen Krug Wasser. Der Schneider fragte keck warum nicht gleich den ganzen See.

Als er ihn in den Wald um einen Bund Holz schickte fragte der Schneider wieder, warum nicht gleich den ganzen Wald. Als der Schneider das Holz brachte gab ihm der Riese Bogen und drei Pfeile, er solle drei Wildschweine für das Nachtmahl schießen. Warum nicht gleich tausend Schweine mit einem Pfeil fragte der Schneider großspurig. Da sagte der Riese bleib da, du warst schon fleißig genug, geh jetzt schlafen. Die Aussagen des Schneiders gefielen den Riesen gar nicht und er dachte die ganze Nacht nach wie er den Schneider, der ihm unheimlich war, wieder loswerden könne.

Nach dem Frühstück führte er den Schneider zum nahen Bach, wo viele Weiden standen. Er ließ den Schneider sich auf eine große Gerte setzen und bog diese ganz zum Boden. Dann ließ er die Gerte aus und der Schneider flog so hoch empor, dass er von der Erde aus nicht mehr gesehen werden konnte. Er flog in eine ganz andere Gegend, wo er seine Wanderung fortsetzte.

Der Riese aber war froh das er wieder alleine war und den unheimlichen Gesellen los war.



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